|  Hermann Bönings künstlerisches Anliegen, Mensch und Natur als organische und ideelle Einheit zu begreifen, wird durch die Wahl des Werkstoffes, vorrangig Holz, bei der Gestaltung seiner Menschenbilder bekräftigt. In seinen archetypischen Skulpturen gibt der Künstler der Bewegung und der Emotion in kontemplativer Haltung und dynamischer, raumgreifender Gebärde gleichermaßen Gestalt. Häufig erkennt man das Figurative erst auf den zweiten Blick, obwohl die formale Gestalt bereits, auch vom rein Abstrakten her, fasziniert.
| Akzentuiert nimmt der Bildhauer auf die kubisch-prismatische Struktur der behauenen Oberfläche malerischen Bezug. Die Holzfiguren von Hermann Böning verkörpern eine expressive Symbiose aus Skulptur und Malerei. Ebenso berichten seine Zeichnungen und Gouachen von dieser synästhetischen Koalition, auch wenn seine farbigen Arbeiten auf Papier mehr sind als Vorzeichnungen zu Skulpturen. Böning ist Bildhauer, nicht Maler. In den landschaftsbezogenen Skulturenprojekten, wie beispielsweise der Hilkeröder Versenkung einer Lindenholzfigur `Ins Erdreich - das Geländer für die Windsbraut´, so der Werktitel, erkennen wir eine archaische Beziehung zur Natur, der Werden und Vergehen unsentimental immanent ist. G.L. | | |
| |